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Geistige Überproduktion

Die Vieräugige Katze

Heute will ich euch von der vieräugigen Katze erzählen. Die vieräugige Katze lebt in dem weiten Tal, südwestlich der Stadt. Man sagt, sie sei Uralt und Weise. Sie könnte sich mit einem über alles unterhalten, wenn sie wolle. Nur meistens wollte sie nicht, denn die vieräugige Katze liebt die Geheimnisse. Ich traf sie schon mal vor längerer Zeit, doch damals hatte ich nicht mit ihr geredet, ich hatte sie nur kurz betrachtet und mich gefragt, warum man sie die vieräugige Katze nannte, denn eigentlich hatte sie nur zwei Augen, wie jede andere Katze auch. Damals erschien sie mir so wie so, wie jede andere Katze auch und ich fragte mich, was an ihr so mysteriös, oder besser, mysteriöser als an anderen Katzen war. Die Bauern sagten, man könnte ihr nicht trauen, sie wüsste zwar viel, aber sie würde dafür immer einen Preis verlangen. Es hieß, die Katze fräße kleine Kinder oder man müsste sie anderweitig besänftigen.
Nun begab es sich aber, dass ich auf meiner Reise Wissen sammeln wollte und wer bot sich da besser an, als die mysteriöse, vieräugige Katze, vor der alle Bauern so eine Angst hatten? Ich war jedenfalls kein Bauer und so machte ich mich auf den Weg zur vieräugigen Katze. Sie hatte mich bereits erwartet. Sei Fragte mich, warum ich denn keine Angst vor ihr hatte und ich erklärte ihr, dass der Magister Schröder mir gesagt hatte, dass man seine Erfahrungen stets selber machen- und sich nicht auf das Gerede anderer Leute verlassen sollte. Die Katze war beeindruckt, anscheinend hatte sie sehr selten mit Leuten geredet, die ihren eigenen Verstand benutzten. Und dann erfuhr ich, wieso die Bauern so viel Angst vor der vieräugigen Katze hatten: Es war der Preis den man für ein Geheimnis der Katze zahlen musste. Es waren keine Kinder die sie angeblich fraß, sondern nichts weiter als ein weiteres Geheimnis. Die vieräugige Katze tauschte Geheimnisse gegen Geheimnisse. Die Bauern hatten Angst, das jemand ein Geheimnis, dass man ihr gegeben hatten von der Katze erfuhr. Eigentlich tat die Katze nichts anderes Geheimnisse kaputt zu machen. Es gab allerdings etwas, was ich von der vieräugigen Katze wissen wollte und zwar, was Liebe ist. In keinem Buch der Schule gab es diese eine Antwort darauf und ich dachte mir, eine Antwort auf diese Frage wäre eines meiner Geheimnisse doch wohl wert. „Ich kann dir verraten, was Liebe ist“, sprach sie. „Doch dafür sage mir was Schmerz ist!“ „Das kann ich wohl tun, aber du fängst an!“, entgegnete ich ihr, mich fragend, warum sie nicht wusste was Schmerz war.
Die vieräugige Katze beugte sich zu mir herunter und flüsterte mir die Antwort ins Ohr. Sie flüsterte eine ganze Zeit lang ihre Geheimnisse. Am Ende küsste sie mich auf die Lippen und und maunzte: „Und DAS ist die Liebe“ Wir schwiegen eine Zeit lang bis sie mich aufforderte, ihr zu erzählen, was Schmerz ist. Sie beugte sich also abermals zu mir herunter so dass ich ihr meine Geschichte ins Ohr flüstern konnte. Ich erzählte ihr von der Angst und der Einsamkeit und von den anderen schmerzhaften Ereignissen die ich zuvor auf meiner Reise erlebt hatte. Ich dachte, die vieräugige Katze wäre zufrieden, sie gab mir ein Geheimnis, ich gab ihr ein Geheimnis, sie half mir, ich half ihr. Aber die vieräugige Katze war überhaupt nicht zufrieden. Erst sagte sie gar nichts, sondern schaute mich nur seltsam an, doch dann fauchte sie. Sie schrie und fauchte: „Was fällt dir ein? Was fällt dir ein mir diese Schmerzen an zu tun? Siehst du nicht, dass wie ich unter diesen Schmerzen leide? Siehst du nicht, wie schlecht es mir von diesen Schmerzen geht?“ Die vieräugige Katze jagte mich mit meinem Unverständnis davon.
Ich verstand die Katze jedoch nicht. Es waren doch nicht ihre Schmerzen von denen ich erzählt hatte, es waren meine Schmerzen gewesen. Wieso hatten sie der vieräugigen Katze so ein Leid zugefügt? Ich beschloss den Magister zu fragen. Seine Antwort lautete wie folgt: „Hast du dich nicht gefragt, warum man sie die vieräugige Katze nennt?“ „Doch das habe ich mich gefragt, Magister. Vor allem weil sie ja nur Zwei Augen hat“, erwiderte ich. „Nun“, sagte er „eigentlich ist das auch falsch, denn es müsste eigentlich „die Katze mit den vier Pupillen“ heißen.“ „Warum denn das?“, fragte ich erstaunt, denn ich hatte auch nur zwei Pupillen gesehen. „Ganz einfach“, holte der Magister lächelnd zu seiner Erklärung aus. „Die vieräugige Katze hat zwei Paare von Pupillen: eines vorne an ihren Augen und eines an der Rückseite der Augen. Wann immer sie sich etwas sehr wichtiges mit dem einen Paar anschaut dann schaut das andere Paar in sie hinein. Deswegen sagt man, sie hätte zwei Paar Augen.“ „Aber warum ist sie denn so wütend geworden, als ich von meinem Schmerz erzählt habe?“ „Ist das nicht völlig offensichtlich? Als du erzählt hast, da hat sie mit zwei Augen auf dich gesehen...“ „...Aber mit zwei anderen in sich selbst“, beendete ich seinen Satz und verstand die Katze – Und verstand die Liebe und den Schmerz.
18.8.07 04:37


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Ich will nicht mehr!

Muss man eigentlich wollen? Und wenn ja, wie lange? Wenn andere wollen, dass man will, wie lange muss man ihrem Wunsch nach "Wollen" nach kommen, ehe sie begreifen, dass das "Wollen" nichts bringt. Kann man überhaupt "Wollen" sollen? Oder macht man nur weiter und behauptet man wolle, obwohl man gar nicht will? Ist das dann nicht eine riesige Lüge? Sollte man so tun als ob man wolle, obwohl man gar nicht will und nur so tut als ob man wolle, weil andere wollen, dass man will?

Dürfen die das? Darf ich das? Und vor allem: Will ich das?
20.9.06 03:35


Apfelbaum

Viele Kinder wollen gern einen Apfel vom Apfelbaum ernaschen
nur kommen sie nicht an.
Sie strecken sich und recken ihre Hände nach den Früchten
und denken sich so dann:

Wenn ich einmal größer werde, dann komm ich wieder her.
Dann pflück ich mir 'nen Apfel, das wird gar nicht schwer.

Doch vergeblich ist ihr Warten,
denn es ist ja wie verhext;
Ja, sie haben ganz vergessen:
Auch der Baum wächst...
19.9.06 04:09


Was ist Realität?

Was ist Realität?
Wenn ich die Augen auf Mache und die Welt sehe, dann weis, ich, dass sich dort eine Welt befindet. Aber ich kann nicht die ganze Welt sehn. Ich sehe nur das, was ich sehe. Das klingt logisch, ist aber gar nicht mal so selbstverständlich. Gemäß dem Ausdruck „Das glaube ich erst, wenn ich es sehe“ sind wir nur von der Existenz der Dinge wirklich überzeugt, die wir sehen können. Obwohl es hier zu Trugschlüssen kommen kann. Wenn wir die Existenz eines Dinges nachprüfen wollen, so fassen wir es an. Wenn wir ein Geräusch hinter uns hören, so drehen wir uns um. Es kann demnach eine „Vertrauenshierarchie“ für unsere Sinne aufgestellt werden. Etwas zu hören ist für uns lediglich ein Hinweis auf Existenz. Um der Sache auf den Grund zu gehen sehen wir und wenn wir wirklich Gewissheit haben wollen, so müssen wir etwas fühlen. Meistens reicht uns das Sehen allerdings aus um Gewissheit über die Existenz eines Dinges zu erlangen. Schmecken und Riechen sind Sinne, die für uns dabei so unwichtig sind, dass sie nicht zur Existenzprüfung herangezogen werden.

Was ist nun die Realität?
Realität ist die Welt in der wir leben. Aber können wir die Welt überhaupt einer Existenzprüfung unterziehen? Wenn wir davon ausgehen, dass die Welt aus Dingen besteht, so müssen diese für uns greifbar, und damit als als existent beweisbar sein. Zumindest müssen wir sie sehn können. All dies gilt selbstverständlich nur unter der Voraussetzung, dass unsere Sinne korrekte Daten liefern und dass ein Ding, dass wir wahrnehmen wirklich existent ist und wir nicht von einer äußeren Macht eine Sinnesinput bekomme. Wir setzen also voraus, das unsere Sinne korrekte Daten liefern und dass alles was wir direkt und mit unseren eigenen Sinnen sehen, hören und fühlen können, die Welt, also die Realität ist.

Das Problem dass sich einem jedem Menschen nun stellt ist sein begrenzter und subjektiver Standpunkt, von dem aus er die Welt betrachtet. Dies hat zur Folge, dass ich nur die Dinge in meiner unmittelbaren Umgebung als gesichert existent ansehen kann. Ich sitze zum Beispiel grade in meinem Zimmer, habe die Tür geschlossen und die Rollläden herunter gelassen. Ich habe somit keinen Kontakt zur Welt außerhalb meines Zimmers, da ich von draußen zur Zeit weder etwas höre, sehe, noch etwas draußen an fassen kann. Das einzige, von dem ich mir wirklich sicher sein kann, dass es wirklich existent ist, ist das, was sich in meinem Zimmer befindet. Ob sich außerhalb meines Zimmers noch etwas befindet kann ich nicht mit Sicherheit beurteilen. Ich muss sogar so weit gehen zu sagen, dass sich meine Realität lediglich auf mein Zimmer beschränkt. Die Idee, dass etwas um mein Zimmer herum existiert beruht lediglich auf Erfahrung. Erfahrungsgemäß befindet sich dort etwas und sobald ich die Tür öffne und auf den Flur schaue, ist dieser Flur ein Teil meiner Realität. Er könnte allerdings genau so gut im Moment nicht da sein und erst wieder anfangen zu existieren, sobald ich hin sehe. Ich besitze keine Möglichkeit, die Existenz von Dingen außerhalb meines Zimmers, also außerhalb meiner Wahrnehmung, nach zu prüfen.
Die Möglichkeit, ein Hilfsmittel, wie beispielsweise eine Kamera, zur Prüfung einer Realität außerhalb meiner Sinneswahrnehmung zu verwenden, existiert nicht, da die Daten manipuliert sein könnten. Die einzige verlässliche Quelle ist die direkte Wahrnehmung, da sie als einzige nicht zu manipulieren ist. Daraus ergeben sich weitere Konsequenzen. Ich kann mir zum Beispiel nicht sicher sein, dass es den Eifelturm wirklich gibt. Obwohl ich Fotos davon gesehen habe und ein paar meiner Freunde sagen, sie hätten ihn gesehen, kann ich mir dennoch nicht sicher sein, dass es ihn gibt. Ich habe ihn selbst noch nicht direkt wahrgenommen und kann nicht ausschließen, dass die Fotos Fälschungen und die Worte meiner Freunde Lügen sind. Nun mag man Kritisieren, dass man jemandem, den man seinen Freund nennt, nicht derart misstrauen sollte und dass dieser, so er den Eifelturm mit seinen eigenen Sinnen wahrgenommen hat, einen Beweis für seine Existenz hat. Ich muss hier entgegnen, dass die Vorstellung, dass „Freunde“ stets die Wahrheit sagen, zu naiv ist, als dass sie als Grundlage für diese Art der Wahrheitsprüfung herangezogen werden kann. Das beste Beispiel ist ein streit zwischen zwei Freunden, bei dem jeder behauptet, der jeweils andere hätte ihn begonnen. Auf Grund des Subjektiven Betrachtungswinkels der Welt der beiden Freunden zu eigen ist, kann man nicht einmal sagen, wer von beiden Recht hat. Die Wahrheit, wer von beiden einen Streit begonnen hat ist für beide unterschiedlich. Als unbeteiligter wird man also vor das Problem gestellt, dass es zwei Wahrheiten und damit zwei unterschiedliche Realitäten gibt. Wäre man bei dem Streit dabei gewesen, so hätte man selbst eine dritte Sicht der Dinge erlangt, so dass noch eine weitere Wahrheit und damit Realität gegeben hätte. Die Vorstellung, dass es eine einzige Realität gibt, in der alle Menschen gemeinsam leben scheint also zu als falsch zu sein. Ein jeder hat, dadurch, dass er einen eigenen Standpunkt hat, eine eigene Sicht auf die Welt und dadurch seine Eigene Realität. Selbst wenn es eine Objektive Sicht gäbe und sie Realität wäre, so haben wir keine Möglichkeit, an diese Sichtweise zu gelangen.

Die hat drastische Auswirkungen auf unsere Realität. Realität ist nicht objektiv, sie ist subjektiv und extrem begrenzt. Alles, was in der Welt passiert, also z.B. alles von dem ich in der Zeitung lese, kann nicht als gesicherte Realität angesehen werden. Ich habe demnach keine Möglichkeit in einer Welt zu leben von der ich viel weis. Dies führt dazu, dass alles, was ich nicht selber wahrnehme und was nicht mit den den Gesetzen der Logik geprüft werden kann angezweifelt werden muss.
Gute Beispiele sind die Wahrheiten, dass die Erde eine Scheibe, bzw. Eine Kugel ist. Wir sind uns auf Grund von Erzählungen genau so sicher, dass die Erde eine Kugel ist, wie man sich früher sicher war, dass sie flach ist. Die meisten Menschen haben jedoch keine Möglichkeit dies jemals nach zu prüfen. Ob die Erde flach oder eine Kugel ist, liegt damit nicht in unserer Realität.

Abschließend möchte ich also bemerken, dass die Realität nur das ist, was wir im Augenblick direkt wahrnehmen. Alles andere ist entweder Erfahrung oder Fremdwahrnehmung und damit nicht gesicherte Realität.
Oder, in Anbetracht der geringen Informationsmenge die jeder von uns nur zur Verfügung hat um eine Realität zu Bilden:
ES GIBT KEINE REALITÄT
17.8.06 02:12


Was in der Dunkelheit lauert

Früher hatte ich Angst vor der Dunkelheit...
Denn ich wusste nicht, was sich darin verbarg.
Stets dachte ich, zur rechten Zeit.
Springt es hervor und zerrt mich ins grab.

Doch was war es, das dort auf mich lauerte?
Was war es, was mich holten wollte?
Was war es, was im Schatten kauerte,
Uns dessen Stimme leise grollte?

So fasste ich mir eines Nachts ein Herz:
Ich löschte das Licht und schritt in die Dunkelheit.
Doch was ich fand, war nicht der erwartete Schmerz,
Für das, was ich fand, war ich nicht bereit.

Nicht Monster, Geister oder Dämonen,
Waren es, die in der Finsternis thronen.
Was sich so versteckte vor dem Licht,
Das war – wie erschreckend – mein eigenes Ich.
9.8.06 00:12


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